Mädesüß
Mädesüß
Filipendula ulmaria
Familie
Rosaceae
Note
Kopf / Herz
Verwendeter Teil
Zweige und blühende Spitzen
Extraktion
Wasserdampfdestillation
Pflanzenbeschreibung

Durch Wasserdampfdestillation aus den blühenden Spitzen von Filipendula ulmaria (L.) Maxim. (Mädesüß, Wiesenkönigin, meadowsweet) gewonnen, einer mehrjährigen krautigen Pflanze aus der Familie der Rosaceae, die in Feuchtgebieten, an Flussufern und auf sumpfigen Wiesen Europas und des gemäßigten Asiens verbreitet ist. Mädesüß ist historisch berühmt als die Pflanze, aus der Johan Löwig 1835 erstmals Salicylsäure isolierte — dieselbe Substanz, die Bayer 1897 später als Acetylsalicylsäure (Aspirin) synthetisierte. Der Name 'Aspirin' leitet sich von 'Spira' ab (Spiraea ulmaria, der frühere botanische Name des Mädesüß). Das phytochemische Profil wird von Methylsalicylat (25-50 %), Salicylaldehyd (20-35 %) und Benzaldehyd dominiert, mit Spuren von Eugenol und Vanillin. Methylsalicylat besitzt topisch analgetische, entzündungshemmende und fiebersenkende Eigenschaften — mit einem der Aspirin ähnlichen Mechanismus (Hemmung von COX-1 und COX-2). In der Aromatherapie wird es als schmerzlinderndes und antirheumatisches Entzündungshemmer, fiebersenkendes, antiseptisches und verdauungsförderndes Mittel eingesetzt. Achtung: kontraindiziert bei Aspirinallergie und bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien. Frische, krautig-medizinische Kopf-Herz-Note mit Nuancen von Mandel und weißen Blüten.

Herkunft

Europa

Verwendeter Teil

Zweige und blühende Spitzen

Extraktionsmethode

Wasserdampfdestillation

Hauptanwendungen
  • Ätherisches Mädesüßöl wird vor allem bei Wassereinlagerungen, Schwellungen, Ödemen und Cellulite eingesetzt, da seine harntreibende Wirkung die Ausscheidung von Stoffwechselabfällen fördert.
  • Aufgrund seines hohen Gehalts an Salicylsäure, der eine Ausscheidung beziehungsweise Lösung von Harnsäure begünstigt, gilt es als hilfreich bei rheumatischen Beschwerden.
  • Es wird bei kleinen Steinen eingesetzt, da es deren Ausscheidung erleichtern kann.
  • Es wirkt entzündlichen Zuständen entgegen.
Rezepte & Mischungen
Antirheumatisch und gegen Arthrose

4 Tropfen Mädesüß + 3 Tropfen Lavendel + 2 Tropfen Echte Kamille in 30 ml Arnikaöl. Mit kreisenden Bewegungen auf arthritische und rheumatische Gelenke einmassieren.

Fieber und grippaler Zustand

3 Tropfen Mädesüß + 2 Tropfen Eucalyptus radiata + 2 Tropfen Pfefferminze in 20 ml Mandelöl. Als natürlich fiebersenkende Mischung auf Handgelenke und Knöchel einmassieren.

Akute Gelenkentzündung

4 Tropfen Mädesüß + 3 Tropfen Immortelle + 2 Tropfen Lavendel in 25 ml Johanniskrautöl. Dreimal täglich auf Bereiche mit akuter Entzündung (Schleimbeutelentzündung, Sehnenentzündung) auftragen.

Schmerzlindernd bei Kopfschmerzen

2 Tropfen Mädesüß + 2 Tropfen Pfefferminze + 1 Tropfen Lavendel in 10 ml Mandelöl. Bei Kopfschmerzen auf Schläfen und Nacken auftragen.

Gicht und Uratablagerungen

4 Tropfen Mädesüß + 3 Tropfen Wacholder + 2 Tropfen Grapefruit in 30 ml Jojobaöl. Auf die von Gicht betroffenen Bereiche einmassieren, um die kombinierte schmerzlindernde und urikosurische Wirkung zu nutzen.

Kontraindikationen
Nicht während Schwangerschaft oder Stillzeit, bei Salicylatallergie sowie bei Gastritis oder Magengeschwüren anwenden.