Myrrhe
Myrrhe
Commiphora myrrha
Familie
Burseraceae
Note
Basis / Herz
Verwendeter Teil
Rohmyrrhe
Extraktion
Lösungsmittelextraktion (Absolue)
Pflanzenbeschreibung

Gewonnen durch Wasserdampfdestillation oder durch Anritzen der Rinde als Oleoresin aus Commiphora myrrha (Nees) Engl. (Myrrhe) und verwandten Arten wie C. habessinica und C. molmol, kleinen Bäumen oder Sträuchern aus der Familie der Burseraceae, die in den halbtrockenen Regionen am Horn von Afrika (Somalia, Äthiopien, Eritrea) und auf der Arabischen Halbinsel (Jemen, Oman) heimisch sind. Myrrhe gehört zu den ältesten heiligen Harzen der Welt: Sie erscheint bereits in ägyptischen Texten um 2000 v. Chr. als Bestandteil von Kyphi, in der christlichen Tradition als Gabe der Heiligen Drei Könige und als Grundstoff orientalischer Parfümerie. Das phytochemische Profil wird von Furanosesquiterpenen wie Furanogermacrenon, Lindestren, Curzerenon und Curzeren dominiert, die stark entzündungshemmend, antiviral und schmerzlindernd wirken. Myrrhe besitzt hervorragende wundheilungsfördernde und antibakterielle Eigenschaften für Mundschleimhäute und chronische Wunden. In der Aromatherapie wird sie als entzündungshemmendes und heilungsförderndes Haut- und Schleimhautöl, antivirales und adstringierendes Mittel, Meditationsduft und Fixateur orientalischer Parfüms verwendet. Basisnote: harzig, bitter, balsamisch und sehr lang anhaltend.

Herkunft

Somalia, Südarabien

Verwendeter Teil

Rohmyrrhe

Extraktionsmethode

Lösungsmittelextraktion (Absolue)

Hauptanwendungen
  • Myrrhe wird bei Atemwegsbeschwerden wie Bronchitis, Husten, Bronchialkatarrh, Erkältung und Halsschmerzen verwendet, besonders bei übermäßiger Schleimbildung.
  • Die adstringierende Wirkung macht die Essenz auch bei Durchfall nützlich.
  • Ihre desinfizierenden Eigenschaften werden traditionell bei Entzündungen der Harnwege genutzt.
  • Sie wird bei schmerzhafter oder schwacher Menstruation verwendet.
  • Lokal wird Myrrhe bei zahlreichen Hautproblemen und Reizungen eingesetzt. Sie unterstützt die Gewebeheilung bei Wunden und wird bei Ulzera, Ekzemen und Mykosen wie Fußpilz verwendet.
  • Im Mundraum wird sie traditionell bei Abszessen, Stomatitis, Parodontitis, Gingivitis, Aphthen und Mundsoor eingesetzt.
Rezepte & Mischungen
Pflege chronischer Wunden und Ulzera

2 Tropfen Myrrhe + 2 Tropfen Lavendel + 2 Tropfen Tea Tree in 20 ml Johanniskrautöl. Auf schwer heilende Wunden, Druckulzera und wiederkehrende Aphthen auftragen.

Antiseptische Mundspülung

1 Tropfen Myrrhe in ein halbes Glas lauwarmes Wasser geben. Zum Gurgeln und Spülen bei Gingivitis, Stomatitis, Aphthen und Mundinfektionen. Nicht schlucken.

Harzige schleimlösende Bronchialmischung

3 Tropfen Myrrhe + 2 Tropfen Weihrauch + 2 Tropfen Waldkiefer im Diffusor. Bei katarrhalischer Bronchitis mit zähem Schleim.

Meditation und innere Stille

3 Tropfen Myrrhe + 3 Tropfen Weihrauch + 2 Tropfen Sandelholz im Diffusor. Klassischer sakraler Akkord orientalischer und nahöstlicher Traditionen.

Anti-Aging-Serum für trockene müde Haut

3 Tropfen Myrrhe + 2 Tropfen Elemi + 2 Tropfen Weihrauch in 30 ml Arganöl. Jeden Abend auf Gesicht und Hals als regenerierende antioxidative Pflege für reife Haut auftragen.

Kontraindikationen
Nicht stark reizend; in hoher Konzentration kann Myrrhe jedoch toxisch wirken.