Johanniskraut
Johanniskraut
Hypericum perforatum
Familie
Hypericaceae
Note
Basis
Verwendeter Teil
Blühende Spitzen und Blätter
Extraktion
Wasserdampfdestillation
Pflanzenbeschreibung

Gewonnen durch Mazeration in Pflanzenöl (Ölmazerat) oder Lösungsmittelextraktion aus Blüten und Blütenknospen von Hypericum perforatum L. (Johanniskraut, St. John's wort), einer mehrjährigen krautigen Pflanze aus der Familie der Hypericaceae, die in Europa, dem gemäßigten Asien und Nordafrika auf sonnigen Wiesen, an Straßenrändern und Waldlichtungen verbreitet ist. Das destillierte ätherische Öl ist wegen der geringen Ausbeute selten; verbreiteter ist das rubinrote Ölmazerat, das reich an Hypericin und Hyperforin ist. Das phytochemische Profil des Mazerats umfasst Hypericin und Pseudohypericin, Hyperforin, Quercetin und Kaempferol. Das destillierte ätherische Öl enthält dagegen vor allem Monoterpene wie α-Pinen und Limonen sowie Sesquiterpene und keine Naphthodianthrone. In der Aromatherapie wird das Ölmazerat als entzündungshemmende Pflege bei Sonnenbrand — unter Beachtung der Photosensibilisierung — sowie bei Trigeminusneuralgie, Ischialgie und Nervenschmerzen eingesetzt. Das destillierte Öl wirkt milder. Bedeutende Wechselwirkungen bestehen insbesondere mit antiretroviralen Mitteln und Antidepressiva über CYP3A4. Kopf-Herznote: krautig, harzig und leicht balsamisch.

Herkunft

Nordeuropa

Verwendeter Teil

Blühende Spitzen und Blätter

Extraktionsmethode

Wasserdampfdestillation

Hauptanwendungen
  • Johanniskraut wird traditionell bei depressiver Stimmung, Angst, nervöser Unruhe, Schlaflosigkeit, saisonaler Depression und Stimmungsschwankungen verwendet; seine Inhaltsstoffe beeinflussen verschiedene Neurotransmittersysteme.
  • Es wird zur Unterstützung der Abwehr bei allgemeiner Erschöpfung und Stress eingesetzt.
  • Bei Hautverletzungen, Verbrennungen, Traumata, Dehnungsstreifen, Ekzemen, Erythemen, Furunkeln und entzündeten Hautstellen wird es wegen seiner wundheilungsfördernden, antiseptischen und regenerierenden Eigenschaften verwendet.
  • Es wird zur Linderung prämenstrueller Beschwerden eingesetzt.
  • Es kann die lokale Durchblutung unterstützen.
Rezepte & Mischungen
Öl bei Neuralgien

4 Tropfen Johanniskraut (ätherisches Öl oder Mazerat) + 3 Tropfen Lavendel + 2 Tropfen Pfefferminze in 30 ml Johanniskrautmazerat. Mit leichtem Druck auf neuralgische Bereiche massieren.

Bei Sonnen- und leichten thermischen Verbrennungen

3 Tropfen Johanniskraut + 3 Tropfen Lavendel in 30 ml Aloe-vera-Gel. Großzügig auf leichte Verbrennungen auftragen; anschließend direkte Sonne vermeiden.

Sanfte Muskelmassage

4 Tropfen Johanniskraut + 3 Tropfen Lavendel + 2 Tropfen Römische Kamille in 30 ml Mandelöl. Für leichte Muskelschmerzen, Verspannungen und Ermüdung.

Regenerierende Wundpflege

3 Tropfen Johanniskraut + 2 Tropfen Immortelle + 2 Tropfen Lavendel in 20 ml Jojobaöl. Auf kleine, bereits versorgte Wunden, Abschürfungen und langsam heilende Stellen auftragen.

Saisonale depressive Stimmung

3 Tropfen Johanniskraut + 2 Tropfen Bergamotte + 2 Tropfen Süßorange im Diffusor. Stimmungsaufhellende Mischung für die dunkle Herbst- und Winterzeit.

Kontraindikationen
Photosensibilisierend: nicht vor oder während Sonnenexposition anwenden. Längere und hoch dosierte Anwendung vermeiden. Nicht für Schwangerschaft, Stillzeit oder Kinder unter 6 Jahren geeignet.