Kampfer
Kampfer
Cinnamomum camphora
Familie
Lauraceae
Note
Kopf
Verwendeter Teil
Holz, Wurzelstämme und Zweige
Extraktion
Wasserdampfdestillation
Pflanzenbeschreibung

Gewonnen durch Wasserdampfdestillation und anschließende Sublimation aus dem Holz von Cinnamomum camphora (L.) J.Presl (Kampferbaum, camphor tree), einem großen immergrünen Baum aus der Familie der Lauraceae, der in Ostasien (Südjapan, Südchina, Taiwan) heimisch und in vielen tropischen und subtropischen Regionen eingebürgert ist. Der Kampferbaum zählt zu den langlebigsten bekannten Bäumen — in Japan und Taiwan existieren über tausend Jahre alte Exemplare. Industriell erzeugter Rohkampfer dient als Ausgangsstoff für die Synthese verschiedener Arzneistoffe. Es gibt mehrere Chemotypen: CT Kampfer (klassisch, reich an Kampfer 50–70 %), CT Cineol (Madagaskar, Ravintsara) und CT Linalool. Der CT Kampfer wird von Kampfer (50–70 %), 1,8-Cineol (8–15 %) und α-Terpineol dominiert. Kampfer, ein bicyclisches Keton, wirkt in therapeutischen Dosen stimulierend auf das zentrale Nervensystem, topisch schmerzlindernd und rubefazierend, insektenabweisend, mukokinetisch und nasal abschwellend. Wegen des Krampfrisikos bei hohen Dosen ist er in Schwangerschaft, bei Epilepsie und bei kleinen Kindern kontraindiziert. In der Aromatherapie wird Kampfer als topisches Muskelanalgetikum, nasales Dekongestivum, Kreislaufstimulans und Insektenschutz eingesetzt. Kopfnote: frisch, durchdringend und stark kampferartig.

Herkunft

China und Japan

Verwendeter Teil

Holz, Wurzelstämme und Zweige

Extraktionsmethode

Wasserdampfdestillation

Hauptanwendungen
  • Aufgrund seiner wärmenden Wirkung wurde Kampferöl früher bei Erkrankungen verwendet, die man mit Kälte in Verbindung brachte, etwa Erkältung, Grippe und Husten.
  • In sehr geringer Menge und nur gelegentlich wird es auch bei Akne, Entzündungen, Seborrhö und Hautflecken eingesetzt.
  • Auf den Darm kann es sowohl adstringierend als auch abführend wirken.
  • Bei Arthritis, Muskel- und anderen Schmerzen, Rheuma und Zerrungen wird es traditionell als wirksames Schmerzmittel eingesetzt.
Rezepte & Mischungen
Stark abschwellende Mischung bei Grippe

2 Tropfen weißer Kampfer + 3 Tropfen Eucalyptus globulus + 2 Tropfen Ravintsara im Diffusor. Nur für Erwachsene: stark abschwellend bei Erkältung und Grippe mit ausgeprägter Nasenverstopfung.

Wärmende Muskeleinreibung

2 Tropfen Kampfer + 3 Tropfen Rosmarin + 3 Tropfen schwarzer Pfeffer in 30 ml Arnikaöl. Wärmende Massage für steife und schmerzende Muskeln. Schleimhäute und empfindliche Haut meiden.

Umgebungsbezogenes Schädlingsabwehrmittel

4 Tropfen Kampfer + 3 Tropfen Lavendel + 2 Tropfen Tea Tree im Diffusor. Traditionell zur Abwehr von Mücken, Motten und anderen Insekten in Innenräumen.

Bei Gelenkschmerzen

2 Tropfen Kampfer + 3 Tropfen Pfefferminze + 3 Tropfen Mädesüß in 30 ml Mandelöl. Für rheumatische Gelenkschmerzen: der „Warm-kalt“-Effekt wird traditionell als besonders schmerzlindernd empfunden.

Antiseptisches und juckreizlinderndes Hautgel

2 Tropfen Kampfer + 2 Tropfen Lavendel + 2 Tropfen Tea Tree in 20 ml Aloe-vera-Gel. Auf juckende Bereiche, Insektenstiche und kleine oberflächliche Hautinfektionen auftragen.

Kontraindikationen
In roher Form und in hohen Dosen ist Kampfer toxisch. Brauner und gelber Kampfer gelten als krebserregend und sollten nicht medizinisch verwendet werden. Weißer Kampfer ist deutlich weniger problematisch, muss jedoch vorsichtig dosiert werden.