Echte Kamille
Echte Kamille
Matricaria chamomilla
Familie
Asteraceae
Note
Herz
Verwendeter Teil
Blütenköpfchen
Extraktion
Wasserdampfdestillation
Pflanzenbeschreibung

Gewonnen durch Wasserdampfdestillation aus den blühenden Pflanzenteilen von Anthemis mixta L. (Mischkamille, gewöhnliche Kamille) oder Chamaemelum nobile (L.) All. (Römische Kamille — siehe eigener Eintrag), einer einjährigen krautigen Pflanze aus der Familie der Asteraceae, die im Mittelmeerraum auf landwirtschaftlich genutzten Böden sowie an Straßen- und Feldrändern verbreitet ist. Die 'gewöhnliche Kamille' (Anthemis mixta) ist weniger bekannt und untersucht als die Römische Kamille (C. nobile) und die Deutsche Kamille (Matricaria chamomilla). Das phytochemische Profil variiert innerhalb der Gattung Anthemis erheblich; typischerweise ist es reich an Monoterpenestern (Butylangelat, Isobutylangelat) sowie Terpenoxiden und Sesquiterpenen. Die Eigenschaften ähneln denen der besser untersuchten Kamillenarten, sind jedoch milder: mäßig entzündungshemmend, krampflösend, leicht beruhigend, karminativ und hautheilungsfördernd. Gewöhnliche Kamillen werden in der Pflanzenheilkunde häufig als beruhigende und verdauungsfördernde Tees verwendet. In der Aromatherapie dient das Öl als mildes hautberuhigendes und entzündungshemmendes Mittel, als krampflösende Verdauungshilfe, als sanftes Sedativum und als Tonikum für empfindliche und reaktive Haut. Herznote: süß-krautig, heublumig und leicht fruchtig.

Herkunft

Europa

Verwendeter Teil

Blütenköpfchen

Extraktionsmethode

Wasserdampfdestillation

Hauptanwendungen
  • Das ätherische Öl der gewöhnlichen Kamille wirkt tonisierend und krampflösend auf den Verdauungstrakt und wird daher bei verschiedenen Beschwerden wie Verdauungsschwäche, Dyspepsie, Darmkrämpfen und -koliken, Leberstauung und Blähungen eingesetzt.
  • Es wird als schmerzlinderndes Mittel bei Schmerzen unterschiedlicher Ursache verwendet, etwa Muskel- und Knochenschmerzen oder Kreuzschmerzen. Auch bei Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Ohrenschmerzen sowie Gesichts- oder Trigeminusneuralgien kommt es zum Einsatz.
  • Dank des enthaltenen Chamazulens besitzt die Essenz antiseptische und entzündungshemmende Eigenschaften. Sie unterstützt die Wundheilung, lindert Hautentzündungen und wird bei Ekzemen, Ulzerationen und Urtikaria eingesetzt.
  • Als antiallergisches Mittel kann sie eine desensibilisierende Wirkung auf die Haut entfalten.
  • Aufgrund ihrer mild beruhigenden Wirkung wird sie traditionell auch bei Kindern verwendet. Sie kommt bei Fieber, Asthma, Übererregbarkeit und Schlaflosigkeit zum Einsatz.
  • Kamille wird traditionell auch bei Beschwerden des weiblichen Fortpflanzungssystems eingesetzt, etwa bei Dysmenorrhö, Amenorrhö, unregelmäßiger Menstruation, Vaginitis, vulvärem Juckreiz und Wechseljahresbeschwerden.
Rezepte & Mischungen
Bei Ekzem und Dermatitis

3 Tropfen gewöhnliche Kamille + 2 Tropfen Lavendel + 2 Tropfen Geranie in 30 ml Hagebuttenöl. Zweimal täglich auf Bereiche mit Ekzem oder atopischer Dermatitis auftragen.

Sonnenerythem und leichte Verbrennungen

3 Tropfen gewöhnliche Kamille + 3 Tropfen Lavendel in 30 ml reinem Aloe-vera-Gel. Großzügig auf sonnenverbrannte Stellen auftragen, um die Haut unmittelbar zu beruhigen und Rötungen zu lindern.

Entzündungshemmende Bauchmassage

2 Tropfen gewöhnliche Kamille + 2 Tropfen Melisse + 1 Tropfen Fenchel in 15 ml Mandelöl. Bei Gastritis, entzündlicher Kolitis und stressbedingtem Durchfall sanft auf den Bauch massieren.

Bei Juckreiz und Hautreizung

3 Tropfen gewöhnliche Kamille + 2 Tropfen Patchouli + 2 Tropfen Sandelholz in 30 ml Ringelblumenöl. Auf stark juckende Hautbereiche auftragen.

Sanfte beruhigende Kindermischung

1 Tropfen gewöhnliche Kamille + 1 Tropfen Lavendel + 1 Tropfen Mandarine in 20 ml Mandelöl. Bei Kindern ab 3 Jahren bei Unruhe und nervös bedingten Bauchbeschwerden auf Rücken und Füße massieren.

Kontraindikationen
Nicht toxisch; bei manchen Personen kann jedoch eine Dermatitis auftreten.